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Archiv 2004

Thüringer Allgemeine vom 21. Dezember 2004
Prototyp für gutes Sehen
Mit Laser gegen Altersweitsichtigkeit und grauen Star:
In Erfurt entsteht ein bundesweit einmaliges OP-Zentrum





Pressemitteilung des Kompetenzzentrum der Medizintechnik OphthalmoInnovation Thüringen vom 20. Dezember 2004
Neues kopfchirurgisches Zentrum im Helios Klinikm Erfurt
Erfolg beim Wettbewerb SOMIT





DENKFORM - Das Wirtschafts- und Wissens-Magazin
Ausgabe 03 / 2004
"Medizintechnik-Gipfel" in Ilmenau




DENKFORM - Das Wirtschafts- und Wissens-Magazin
Ausgabe 03 / 2004
Networking als Motor für den Wirtschaftsstandort Thüringen




Thüringer Allgemeine vom 23. September 2004
... Medizintechnik-Experten tagen in Ilmenau / Forschung zur Augenheilkunde




Neue Thüringer Illustrierte 02/2004
"Kein Wolkenkuckucksheim"



Medica 24.- 27. November 2004



38. DGBMT-Jahrestagung BMT 2004
22.- 24.September 2004




Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte 09.Juni 2004



Ausstellung Thüringen-Haus
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"Innovatives Design aus Thüringen"


Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte 7.April 2004



 
Presse
Thüringer Allgemeine vom 21. Dezember 2004
Prototyp für gutes Sehen
Mit Laser gegen Altersweitsichtigkeit und grauen Star:
In Erfurt entsteht ein bundesweit einmaliges OP-Zentrum
Erfurt bekommt eine Klinik, wie es sie in ganz Deutschland nicht gibt. Am Helios-Klinikum entsteht ein "Kopfchirurgisches Zentrum" mit dem Prototyp eines völlig neuartigen Operationssaales, in dem Patienten mit ultrakurzen Laserpulsen gegen Altersweitsichtigkeit und grauen Star behandelt werden sollen. Der Bund lässt sich das Projekt, das umfangreiche Forschungen einschließt, zehn Millionen Euro kosten.

Von Frauke ADRIANS

ERFURT/JENA/ILMENAU. Den Geldsegen hat sich ein Konsortium unter Thüringer Federführung hart erarbeitet. Mit seiner Präsentation überzeugte es die Jury eines vom Bundesforschungsministerium initiierten Wettbewerbs, dessen Ziel es ist, "schonendes Operieren mit innovativen Techniken" zu fördern. Das medizintechnische Kompetenzzentrum OphthalmoInnovation mit Sitz in Jena bündelte die Kräfte, 13 Partner wirken bundesweit mit. Thüringer Beteiligte sind die Technische Universität Ilmenau und die Universität Jena, das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena, die Carl Zeiss Meditec, Jenoptik, der Medizinsysteme-Hersteller Trumpf aus Saalfeld und das Erfurter Helios-Klinikum.
Das Konsortium, das sich gegen rund 30 Mitbewerber durchsetzte, will eine Lasertherapie gegen Altersweitsichtigkeit entwickeln. Das auch Presbyopie genannte Leiden plagt fast jeden Deutschen ab dem 5. Lebensjahrzehnt. "Die Anpassungsfähigkeit des Auges lässt ab 40 nach, die Beweglichkeit der Linse verliert sich dann innerhalb weniger Jahre", erklärt Projekt-Koordinator Volker Wiechmann von OphthalmoInnovation. Wo das Auge schwächelt, hilft zwar eine Brille. Aber Gleitsichtbrillen haben ihre Tücken.
Ehrgeiziges Ziel des Konsortiums ist es, die Brille überflüssig zu machen und die Dynamik der Linse wiederherzustellen. "Dabei kommt zum Einsatz, was Thüringen gut kann: Femtosekundenlaser", so Wiechmann. Die alterssteife Linse wird mit ultrakurzen Laserpulsen beschossen und perforiert. "Tierversuche haben gezeigt, dass die Linse dadurch weicher wird und ihre Beweglichkeit zurückbekommt", erklärt der Projekt-Koordinator.
Ehe diese Technik beim Menschen angewendet werden kann, müssen die Wissenschaftler aus Jena, Ilmenau und Erfurt gemeinsam mit Kollegen aus Dresden, Münster und Mainz noch viel Forschungsarbeit leisten. "Zunächst wollen wir klären, warum die Linse starr wird und an welchen Stellen", so Wiechmann. Außerdem müsse man herausfinden, in welchem "Muster" der Laser die Linse perforieren sollte. Und das Lasergerät muss so klein werden, dass es in einen normalen Operationssaal passt.
Das Projekt, für das der Bund zehn Millionen Euro bereitstellt, ist auf fünf Jahre angelegt. "Im Idealfall können 2007 erste Operationen stattfinden", sagt Dr. Marcus Blum, Chefarzt der Augenklinik am Erfurter Helios-Klinikum. Die ersten Eingriffe werden im Rahmen einer klinischen Studie vorgenommen. Erst wenn die Methode erprobt und sicher ist, kann die Operation für jedermann angeboten werden - frühestens in fünf Jahren, schätzt der Mediziner. "Dann rechnen wir mit mehreren hundert Operationen im Jahr", erklärt Blum, der von den Möglichkeiten des Femtosekundenlasers fasziniert ist: "Damit kann man hochpräzise schneiden, ohne dass der Augapfel geöffnet werden muss. Man kann das Gewebe ohne Schäden weiten und lockern." Der Laser könnte zudem Patienten mit grauem Star die belastende, mit Komplikationsrisiken behaftete Entfernung der Linse ersparen. "Im Frühstadium der Linsentrübung könnte man Einlagerungen an der Linse minimalinvasiv auflösen - dann ist eine Operation unnötig", erklärt Prof. Günter Henning, Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik an der TU Ilmenau. "Oder man könnte den grauen Star mit dem Laser zumindest vorbehandeln und so die Operation erleichtern." Möglicherweise eröffnet der Laser noch mehr Chancen: Einsätze etwa Augenverletzungen oder Augenhöhlen-Tumoren.
Das Bundesforschungsministerium möchte in fünf Jahren einen Erfurter Prototypen sehen, der sich auf andere Kliniken übertragen lässt. Das mit Thüringer Know-how entwickelte "Kopfchirurgische Zentrum" soll Vorbild für viele Augenkliniken werden.

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